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Sulfacetamid
nicht jedes kann helfen!
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Anwendung
- Anwendung
- Wirkungsmechanismus
- Nebenwirkungen
- Wechselwirkungen
- Gegenanzeigen
- Handelspräparate
- Rechtliches
Sulfacetamid wird in Augentropfen zur Behandlung von Infektionen mit Chlamydia trachomatis verwendet. Chlamydia trachomatis verursacht das Trachom, eine besonders gefährlichen Infektion am Auge, die unbehandelt zur Erblindung führen kann.
Sulfacetamid sollte aber erst eingesetzt werden, wenn eine Anwendung von Tetracyclinen oder Erythromycin nicht erfolgen kann.
Die Anwendung von Augentropfen stellt eine lokale Behandlung dar. Die Wirkung einer lokalen Behandlung ist in der Regel auf ein begrenztes Gebiet beschränkt, und belastet somit nicht den gesamten Körper. Daher sind auch die Nebenwirkungen und die Wechselwirkungen nicht so schwerwiegend, wie bei der systemischen Behandlung.
Wirkungsmechanismus
Sulfacetamid gehört zur Wirkstoffgruppe der Sulfonamide und Trimethoprim . Der Wirkungsmechanismus aller Sulfonamide ist identisch. Sie greifen in die Synthese der Folsäure ein, und verdrängen dort die p-Aminobenzoesäure. Dadurch hemmen sie den ersten Schritt der Folsäurebildung der Bakterien.
Auf Grund ihrer Strukturähnlichkeit zu der p-Aminobenzoesäure binden sie an das Enzym, welches die Dihydrofolsäure bilden soll. Aus der Dihydrofolsäure wird dann mit Hilfe der Dihydrofolsäurereduktase die Tetrahydrofolsäure gebildet. Die Tetrahydrofolsäure ist für die DNA-und RNA-Synthese der Bakterien wichtig. Durch die Störung der Tetrahydrofolsäuresynthese wird die Vermehrung der Bakterien gehemmt.
Sulfonamide können die Vermehrung der Bakterien nur in ausreichenden Konzentrationen hemmen, weil es sich bei der Verdrängung der p-Aminobenzoesäure um den Mechanismus der kompetitiven Hemmung handelt. Eine kompetitive Hemmung beruht auf den Mechanismus des Wettbewerbs. Bei der kompetitiven Hemmung muss die Substanz, welche die hemmende Wirkung ausüben soll, im deutlichen Überschuss vorliegen. Erhöht sich das Angebot an p-Aminobenzoesäure werden die Sulfonamide ihrerseits verdrängt.
Nebenwirkungen
Sulfonamide können allergische Reaktionen verursachen. Diese können sich in Kopfschmerzen oder Fieber äußern. Es können aber auch Bindehautentzündungen und allergische Hautreaktionen auftreten. Als Hautreaktionen können das Steven-Johnson-Syndrom oder das Lyell-Syndrom vorkommen. Bei dem Steven-Johnson-Syndrom handelt es sich um eine besonders schwere Hauterkrankung, die mit starken Schmerzen einhergeht und bleibende Schäden hinterlassen kann.
Weitere Nebenwirkungen können die Nieren betreffen, da es zu einer Auskristallisierung von schwer löslichen Sulfonamiden kommen kann, wobei die entstehenden Kristalle zu einer Nierenschädigung führen können. Beschwerden im Magen-Darm-Bereich, wie Übelkeit und Erbrechen treten eher selten auf.
Knochenmarkschädigungen können bei längerer Behandlung auftreten, sie sind aber eher selten. Die Knochenmarkschädigungen führen zu Blutbildstörungen.
Nebenwirkungen an der Leber können in sehr seltenen Fällen vorkommen, es kann dabei zu einer cholestatischen Hepatose kommen.
Wechselwirkungen
Antikoagulanzien, orale Antidiabetika, Phenytoin, Methotrexat und Thiopental:
Bei allen angeführten Substanzen kann es zu einer Wirkungsverstärkung kommen, wenn Sulfonamide mit diesen Wirkstoffen zusammen verabreicht werden.
Sulfinpyrazon, Indometazin, Phenylbutazon, Salicylate und Probenecid:
Diese Substanzen können die Wirkungen der Sulfonamide verstärken.
Antazida:
Antazida sollten nicht zusammen mit Sulfonamiden eingenommen werden, da sie die Aufnahme der Sulfonamide über den Darm vermindern können.
p-Aminobenzoesäurederivate:
Wirkstoffe, die ähnliche Strukturen, wie die p-Aminobenzoesäure besitzen, können die Wirkung der Sulfonamide vermindern. Beispiele für diese Wirkstoffe sind Benzocain, Tetracain und Procain.
Eisen:
Eisen vermindert die Aufnahme der Sulfonamide über den Darm, weil es zu einer Komplexbildung der Substanzen kommen kann. Es ist dabei zu bedenken, dass nicht nur Arzneimittel Eisen enthalten können, sondern auch Lebensmittel oder Vitaminpräparate.
Gegenanzeigen
Gegenanzeigen für die Anwendung von Sulfonamiden sind bestehende Überempfindlichkeiten gegen Sulfonamide und Salicylate, sowie bereits vorhandene oder in der Vergangenheit aufgetretene Hauterkrankungen, wie z. B. das Steven-Johnson-Syndrom.
Bei Erkrankungen der blutbildenden Organe oder krankhaften Blutbildveränderungen dürfen Sulfonamide ebenfalls nicht angewendet werden.
Eine weitere Gegenanzeige ist ein angeborener Glukose-6-Phosphat-Dehydrogenase-Mangel der Erythrozyten, wodurch hämolytische Anämien entstehen.
Bei schweren Erkrankungen der Leber und bei Nierenschäden dürfen keine Sulfonamide angewendet werden.
Für die Anwendung bei schwangeren Frauen gilt, wie bereits erwähnt, eine strenge Indikationsstellung durch den Arzt. Sollte die Behandlung mit Sulfonamiden unumgänglich sein, müsste Folsäure zugeführt werden, um die bereits erwähnte Gefahr der Schädigung des Ungeborenen zu minimieren. Für die Anwendung bei stillenden Müttern gilt, dass die Sulfonamide nur geringfügig in die Muttermilch übergehen. Vorsichtshalber sollten aber stillende Mütter mit Kindern, bei denen ein angeborener Glukose-6-Phosphat-Mangel besteht, nicht mit Sulfonamiden behandelt werden.
Ferner dürfen Sulfonamide nicht angewendet werden bei Neugeborenen, die eine Hyperbilirubinämie, auch Neugeborenengelbsucht genannt, aufweisen. Frühgeborene dürfen auch nicht mit Sulfonamiden behandelt werden.
Während der Anwendung der Sulfacetamid-haltigen Augentropfen sollten keine weichen und nach Möglichkeit auch keine harten Kontaktlinsen getragen werden.
Handelspräparate
Sulfacetamid wird nur in Form von Augentropfen verwendet.Handelspräparate siehe Augenarzneimittel.
Rechtliches
Augentropfen, in denen Sulfacetamid enthalten ist, sind verschreibungspflichtig und somit auch apothekenpflichtig.
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