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Sulfamerazin und Trimethoprim

Trimethoprim

Trimethoprim

Anwendung

  1. Anwendung
  2. Wirkungsmechanismus
  3. Nebenwirkungen
  4. Wechselwirkungen
  5. Gegenanzeigen
  6. Handelspräparate
  7. Rechtliches

Die Anwendung dieser Kombination kann bei Infektionen der oberen Luftwege und der Lunge erfolgen. Ferner bei Infektionen der Niere und der ableitenden Harnwege und bei Infektionen im Hals-Nasen-Ohrenbereich.

Wirkungsmechanismus

Die Kombination von Sulfamerazin und Trimethoprim gehört zur Wirkstoffgruppe der Sulfonamide und Trimethoprim .

Der Wirkungsmechanismus aller Sulfonamide ist identisch. Sie greifen in die Synthese der Folsäure ein, und verdrängen dort die p-Aminobenzoesäure. Dadurch hemmen sie den ersten Schritt der Folsäurebildung der Bakterien.

Auf Grund ihrer Strukturähnlichkeit zu der p-Aminobenzoesäure binden sie an das Enzym, welches die Dihydrofolsäure bilden soll. Aus der Dihydrofolsäure wird dann mit Hilfe der Dihydrofolsäurereduktase die Tetrahydrofolsäure gebildet. Die Tetrahydrofolsäure ist für die DNA-und RNA-Synthese der Bakterien wichtig. Durch die Störung der Tetrahydrofolsäuresynthese wird die Vermehrung der Bakterien gehemmt.

Sulfonamide können die Vermehrung der Bakterien nur in ausreichenden Konzentrationen hemmen, weil es sich bei der Verdrängung der p-Aminobenzoesäure um den Mechanismus der kompetitiven Hemmung handelt. Eine kompetitive Hemmung beruht auf den Mechanismus des Wettbewerbs. Bei der kompetitiven Hemmung muss die Substanz, welche die hemmende Wirkung ausüben soll, im deutlichen Überschuss vorliegen. Erhöht sich das Angebot an p-Aminobenzoesäure werden die Sulfonamide ihrerseits verdrängt.

Der genaue Wirkungsmechanismus von Trimethoprim ist eine Hemmung der Dihydrofolatreduktase, wodurch die Reduktion der Dihydrofolsäure zur Tetrahydrofolsäure nicht stattfindet.

Nebenwirkungen

Sulfonamide können allergische Reaktionen verursachen. Diese können sich in Kopfschmerzen oder Fieber äußern. Es können aber auch Bindehautentzündungen und allergische Hautreaktionen auftreten. Als Hautreaktionen können das Steven-Johnson-Syndrom oder das Lyell-Syndrom vorkommen. Bei dem Steven-Johnson-Syndrom handelt es sich um eine besonders schwere Hauterkrankung, die mit starken Schmerzen einhergeht und bleibende Schäden hinterlassen kann.

Weitere Nebenwirkungen können die Nieren betreffen, da es zu einer Auskristallisierung von schwer löslichen Sulfonamiden kommen kann, wobei die entstehenden Kristalle zu einer Nierenschädigung führen können. Beschwerden im Magen-Darm-Bereich, wie Übelkeit und Erbrechen treten eher selten auf.

Knochenmarkschädigungen können bei längerer Behandlung auftreten, sie sind aber eher selten. Die Knochenmarkschädigungen führen zu Blutbildstörungen.

Nebenwirkungen an der Leber können in sehr seltenen Fällen vorkommen, es kann dabei zu einer cholestatischen Hepatose kommen.

Es kann gelegentlich zu Reaktionen der Haut kommen, wie z. B. ein Auftreten des Steven-Johnson-Syndrom oder in Einzelfällen das Lyell-Syndrom. Außerdem können phototoxische Hautreaktionen vorkommen.

Weitere Beschwerden können im Magen-Darm-Bereich auftreten, in Form von Übelkeit, Erbrechen und Durchfällen.

Selten kommt es zu einem Anstieg der Stoffwechselprodukte Kreatinin und Harnstoff im Blut.

Die für die Therapie von Säuglingen und Kleinkindern verwendete Suspension kann Schleimhautreaktionen verursachen. Ferner kann die Behandlung mit diesem Kombinationspräparat eine auffällige Veränderung der Harnmenge auslösen. Außerdem können in seltenen Fällen Geschwüre in der Speiseröhre entstehen.

Wechselwirkungen

Antikoagulanzien, orale Antidiabetika, Phenytoin, Methotrexat und Thiopental:

Bei allen angeführten Substanzen kann es zu einer Wirkungsverstärkung kommen, wenn Sulfonamide mit diesen Wirkstoffen zusammen verabreicht werden.

Sulfinpyrazon, Indometazin, Phenylbutazon, Salicylate und Probenecid:

Diese Substanzen können die Wirkungen der Sulfonamide verstärken.

Antazida:

Antazida sollten nicht zusammen mit Sulfonamiden eingenommen werden, da sie die Aufnahme der Sulfonamide über den Darm vermindern können.

p-Aminobenzoesäurederivate:

Wirkstoffe, die ähnliche Strukturen, wie die p-Aminobenzoesäure besitzen, können die Wirkung der Sulfonamide vermindern. Beispiele für diese Wirkstoffe sind Benzocain, Tetracain und Procain.

Eisen:

Eisen vermindert die Aufnahme der Sulfonamide über den Darm, weil es zu einer Komplexbildung der Substanzen kommen kann. Es ist dabei zu bedenken, dass nicht nur Arzneimittel Eisen enthalten können, sondern auch Lebensmittel oder Vitaminpräparate.

Mercaptopurin:

Wird das Kombinationspräparat zusammen mit Mercaptopurin gegeben, kann es zu einer Wirkungsverstärkung von Mercaptopurin kommen.

Pyrimethamin:

In Kombination mit Trimethoprim kann es zu Blutbildveränderungen kommen.

Dicumarol:

In Gegenwart von Trimethoprim verstärkt sich die Wirkung des Antikoagulanz Dicumarol.

Ciclosporin:

Ciclosporin kann bei gleichzeitiger Gabe von Trimethoprim die Nierentätigkeit vorübergehend beeinträchtigen.

Phenytoin:

Die Konzentration von Phenytoin im Blut kann sich in Gegenwart von Trimethoprim erhöhen.

Orale Kontrazeptiva:

Durch Beeinflussung der natürlichen Darmflora durch Trimethoprim, kann die Wirkung der oralen Kontrazeptiva vermindert sein.

Gegenanzeigen

Gegenanzeigen für die Anwendung von Sulfonamiden sind bestehende Überempfindlichkeiten gegen Sulfonamide und Salicylate, sowie bereits vorhandene oder in der Vergangenheit aufgetretene Hauterkrankungen, wie z. B. das Steven-Johnson-Syndrom.

Bei Erkrankungen der blutbildenden Organe oder krankhaften Blutbildveränderungen dürfen Sulfonamide ebenfalls nicht angewendet werden.

Eine weitere Gegenanzeige ist ein angeborener Glukose-6-Phosphat-Dehydrogenase-Mangel der Erythrozyten, wodurch hämolytische Anämien entstehen.

Bei schweren Erkrankungen der Leber und bei Nierenschäden dürfen keine Sulfonamide angewendet werden.

Für die Anwendung bei schwangeren Frauen gilt, wie bereits erwähnt, eine strenge Indikationsstellung durch den Arzt. Sollte die Behandlung mit Sulfonamiden unumgänglich sein, müsste Folsäure zugeführt werden, um die bereits erwähnte Gefahr der Schädigung des Ungeborenen zu minimieren. Für die Anwendung bei stillenden Müttern gilt, dass die Sulfonamide nur geringfügig in die Muttermilch übergehen. Vorsichtshalber sollten aber stillende Mütter mit Kindern, bei denen ein angeborener Glukose-6-Phosphat-Mangel besteht, nicht mit Sulfonamiden behandelt werden.

Ferner dürfen Sulfonamide nicht angewendet werden bei Neugeborenen, die eine Hyperbilirubinämie, auch Neugeborenengelbsucht genannt, aufweisen. Frühgeborene dürfen auch nicht mit Sulfonamiden behandelt werden.

Bei einer Überempfindlichkeit gegen Trimethoprim und strukturverwandte Substanzen darf Trimethoprim nicht gegeben werden.

Weitere Gegenanzeigen sind schwere Nierenfunktionsstörungen und krankhafte Blutbildveränderungen, wie eine erniedrigte Anzahl an Thrombozyten und Granulozyten, also bestimmten weißen Blutkörperchen, und eine megaloblastre Anämie.

Bei Früh- oder Neugeborenen darf Trimethoprim nicht verwendet werden, bei schwangeren Frauen und stillenden Mttern üsollte Trimethoprim ebenfalls nicht verwendet werden. Der Grund dafür liegt in der Hemmung der Folsäure durch die Substanz, weil eine ausreichende Konzentration an Folsäure für die Entwicklung des Ungeborenen sehr wichtig ist. Es gibt eine kindliche Fehlbildung, es handelt sich dabei um den angeborenen Neuralrohrdefekt (Spina bifida), deren Entstehung mit einem ungenügenden Angebot an Folsäure in Verbindung gebracht wird.

Sollte doch aus medizinischer Sicht die Behandlung einer schwangeren Frau mit Trimethoprim nicht zu umgehen sein, msste üzusätzlich Folsäure gegeben werden. Ein solcher Fall kann bei einer HIV-infizierten Frau, die eine Infektion mit Pneumocystis carinii aufweist, vorliegen.

Handelspräparate

Berlocombin® 100 Suspension und Berlocombin® 200 Tabletten von der Fa. Berlin-Chemie enthalten Sulfamerazin und Trimethoprim.

Rechtliches

Die Kombination von Sulfamerazin und Trimethoprim ist verschreibungspflichtig und damit auch apothekenpflichtig.

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